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Kein Mühlentag am Pfingstmontag

Wegen der Coronakrise wurde landesweit der Mühlentag 2020, der eigentlich traditionell am Pfingstmontag stattfinden sollte, abgesagt.
Ob im Laufe des Jahres ein Ersatztermin gefunden werden kann, ist noch völlig offen.

Aus dem gleichen Grund können vorläufig auch keine Mühlenführungen angeboten werden.

Seltene Gäste

Am Donnerstag, 30.01.2020 kamen seltene Gäste zum Mühlenteich.
Zum ersten Mal seit vielen Jahren flogen mit lautem Geschrei große Vögel ein. Zunächst dachten wir, es seien Wildgänse, aber dann sahen wir, es waren drei Schwäne gelandet. Sie scheinen sich auf dem Teich wohlzufühlen, aber es wäre ungewöhnlich, wenn sie länger blieben.

Vermutlich sind sie auf der Suche nach einem Revier. Da sie zu dritt gemeinsam unterwegs sind, dachten wir zunächst, es könnten Geschwister sein, die das Revier der Eltern verlassen mussten und sich gemeinsam auf die Suche begeben habe.
Nach drei Tagen sind aber Rivaltäten unter den Dreien deutlich: zwei scheinen sich zusammengetan zu haben, attackieren den dritten Schwane und halten ihn auf Distanz. Möglicherweise sind es doch zwei Männchen und ein Weibchen, und ein Männchen hat jetzt das Nachsehen.
In den letzten 30 Jahren waren nur drei- oder viermal Schwäne für jeweils wenige Tage auf dem Mühlenteich zu Gast.

Seltene Gäste: Schwäne auf dem Mühlenteich, aufgenommen Ende Januar 2020

Update: Leider sind die Schwäne nach 6 Tagen wieder weitergeflogen.

Schriftstücke und Werbung aus alten Zeiten

Beim Aufräumen fanden sich kürzlich mehrere Ordner mit Rechnungen und Werbeschriften aus den 1950-er-Jahren. Es ist hochinteressant, darin zu stöbern.

Einige Beispiele:
Die Rechnung eines Bauunternehmens aus Nottuln, das im Jahr 1952 kleinere Arbeiten an Mühle und Haus erledigt hatten. Die Arbeiten wurden nicht einzeln in Rechnung gestellt, sondern am Ende des Jahres in einer Rechnung abgerechnet. Das machten übrigens zu der Zeit fast alle Handwerker.
Spannend sind vor allem zwei Beträge:
1 Sack Zement kostet damals 4,40 DM
1 Maurer-Arbeitsstunde wurde mit 2,50 DM abgerechnet, wobei der Maurer selbst natürlich noch deutlich weniger in der Stunde erhielt.

In der Jahresrechnung 1953 der Schmiede finden sich die unterschiedlichsten Arbeiten, u.a. musste das Pferd mehrmals beschlagen werden.

In den Ordnern fanden sich mehrere Werbeblätter für Mühlenbedarf, hier z.B. die Werbung für Sackkarren.

Aber auch Skurriles war zu finden, z.B. die Werbung für Pulver zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen

Oder das Werbeschreiben für eine elektrische Appartur zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen:

Die Steine laufen wieder!

Es war viel Arbeit, aber wir sind einen großen Schritt weiter:
Die neuen Holzzähne wurden eingebaut und verkeilt, die Antriebswellen der Mahlgänge in mühevoller Kleinarbeit wieder gängig gemacht.
Und als der Bach vor einigen Wochen nach der langen Trockenheit wieder genug Wasser führte, war es dann soweit. Wasser marsch und die Schütte hochgezogen und tatsächlich:
die beiden Antriebswellen und die Mahlsteine drehen sich wieder.

Hier einige Impressionen:

Schön werden soll’s auch noch

Natürlich möchten wir einzelne Maschinen der Mühle wieder gängig machen, aber auch das Aussehen der Ausstattung ist wichtig.

In einer Mühle entsteht während des Betriebs viel Staub. Dementsprechend mussten etliche Teile aus Holz zunächst einmal mit viel Wasser und Haushaltsreiniger vom Staub der Jahrzehnte befreit werden.
Ein Teil der Decke im Erdgeschoss wurde schon neu gestrichen.
Die Haustür aus Eiche soll auch wieder schön aussehen, dafür musste aber die Farbe entfernt werden, die an einigen Stellen ganz schön hartnäckig war.
Außerdem haben wir im Laufe des Jahres viele Metallteile entrostet und mit Rostschutz gestrichen.

Die Steine gar so schwer sie sind …

Den ganzen Sommer über hat das Mühlenteam fleißig gewerkelt. Jeder Dienstagmorgen war Mühlenarbeitstag. Dabei haben wir wirklich viel geschafft
Nachdem die neuen Holzähne (Kämme) eingesetzt waren, ging es an die Arbeit, die Mühlsteine der Mahlgänge wieder beweglich zu machen. Im Laufe der Jahre waren die Fette verharzt, so dass sich die senkrechten Wellen, die die Steine drehen, nicht mehr zu bewegen waren. Also musste viel Kriechöl das Fett wieder lösen.

Dann wurden die „Bütten“, die Umrandungen der Mahlgänge entfernt, um die Steine zu begutachten und zu reinigen. Mit den Steinkränen wurden die Bütten und die Läufersteine angehoben.

Ganz sicher waren wir nicht, ob der Steinkran den schweren Stein halten und anheben würde ohne zu zerbrechen. Schließlich wiegt so ein Stein mehr als eine Tonne. Der Kran ächzte sehr unter der Last, aber er hielt.
Der Stein des Schrotganges ist ein Kunststein, hergestellt in der Mühlsteinfabrik Bruens in Telgte. Leider konnten wir nicht das Herstellungsdatum feststellen.
Die Rillen im Stein sind noch sauber ausgeschlagen, man sagt dazu, der Stein ist noch gut geschärft.

Als nach vielem Säubern der Stein wieder auf das „Mühleisen“ gelassen wurde, gab es eine Überraschung: Das System ist so gut gelagert, dass man den Stein an der Welle von Hand drehen kann.

Auch der zweite Stein wurde freigelegt und das ganze System gereinigt.

Der Stein des Weizen-Mahlgangs ist aus Basalt.

Inzwischen sind beide Mahlgänge wieder zusammengebaut. Jetzt warten wir nur darauf, dass der Nonnenbach nach dem trockenen Sommer wieder genügend Wasser führt. Dann werden sich die Mühlsteine nach langen Jahren des Stillstandes erstmals wieder drehen, angetrieben mit Wasserkraft.

Auch in diesem Jahr viele Besucher beim Mühlentag

Das war wieder ein langer Tag am Pfingstmontag, denn auch in diesem Jahr war der Besuch beim Mühlentag sehr gut,

Schon um 8 Uhr fuhren mit lautem Geknatter 10 alte Traktoren vor und wurden vor dem Landhandel Wübken aufgestellt. Und kurz nach 10 Uhr kamen die ersten Besucher, die letzten gingen nach 18 Uhr.

Es gab keinen Augenblick, in dem nicht mehrere Besucher sich die Mühle und die Traktoren anschauten. Großes Interesse fanden natürlich die gerade neu angefertigten Holzzähne für die Zahnräder. Heinz Merschkötter musste dazu viele Fragen beantworten.

Die Besucher kamen nicht nur aus Nottuln, sondern viele aus den Nachbarorten, einige sogar von weither, die das Pfingstwochenende für einen Kurzurlaub im schönen Münsterland genutzt hatten.

Alle Besucher, darunter auch viele junge Leute und viele junge Familien mit Kindern, waren sehr interessiert. „Hier kann man ja wirklich sehen, wie technisches Gerät funktioniert,“ so konnte man immer wieder hören.

Diesmal war auch für das leibliche Wohl gesorgt, Rudi kochte frischen leckeren Kaffee und Herbert grillte fleißig Bratwürstchen auf dem Grill.

Mühlentag 2019

Auch in diesem Jahr wird die Mühle Zumbülte am Pfingstmontag, 10.06.2019 wieder zur Besichtigung geöffnet sein, und zwar von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Auch wenn der Nonnenbach nach dem trockenen Jahr 2018 und dem auch zu trockenen Frühling 2019 erneut kein Wasser führt, wird sich ein Besuch sicher lohnen.

Im Mittelpunkt des Interesses werden sicher die mit neuen Holzzähnen bestückten Zahnräder sein, denn die Herstellung der Holzzähne war sehr aufwändig. Das Wasserrad kann dadurch jetzt beide großen Wellen antreiben, und das sieht schon sehr beeindruckend aus.

Als zusaätzliche Attraktion werden vor der Mühle alte Traktoren zu besichtigen sein. Nottulner Odtimerfreunde stellen ca 10 alte „Schätzchen“ unterschiedlicher Fabrikate aus, alle mindestens 50 Jahre alt.

Neben der Mühle Zumbülte werden auch die beiden Mühlen im Stevertal geöffnet sein:

Stiftsmühle Elpert (10:00 – 18:00 Uhr)

Mühle Schulze Westerath (13:00 – 17:00 Uhr)

Zahnersatz

Es hat etwas länger gedauert, aber jetzt ist es geschafft: 240 Holzzähne für die drei großen Zahnräder sind fertig, 150 sind bereits eingebaut.
Heinz Merschkötter, der im Laufe der Jahre viele Parkbänke aus Eichenholz angefertigt hat, sagte sich: „Auch wenn so ein Zahn für die Zahnräder ziemlich kompliziert ist, müsste ich es schaffen, solche zu sägen.“ In der Tat sind diese Zähne (in der Fachsprache werden sie Zahnradkämme genannt) äußerst diffizil, da gibt es kaum einen rechten Winkel.

Gesagt, getan, schon nach wenigen Tagen brachte er die ersten Exemplare zum Ausprobieren, etwas Feintuning war nötig, aber dann konnten die ersten Zähne ins Zahnrad eingebaut werden.

Inzwischen sind in den beiden ersten Zahnrädern die Zähne eingebaut. Es ist beeindruckend, wie die Zähne aus Holz in die Eisenzähne des anderen Rades eingreifen. Vor allem kann jetzt die zweite große Welle, von der der Walzenstuhl, der Schrotgang und die weiteren Transmissionen angetrieben werden, mit laufen kann.

Allerdings müssen alle Holzzähne noch von hinten verkeilt werden, damit sie sicher halten, das bedeutet: 240 Keile werden auch noch benötigt!

In der WN erschien dazu ein schöner Beitrag:
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Coesfeld/Nottuln/3812853-Muehle-Zumbuelte-Vom-Baenker-zum-Dentisten


Winterpause

Für einige sah es so aus, als sei in den Sommer- und Herbstmonaten in der Mühle nichts passiert. Aber dem ist nicht so, im Gegenteil, an jedem Dienstagmorgen war „Mühlentag“ und wir haben einiges geschafft:
Der kleine Raum, in dem der Elektromotor steht, hat einen neuen Fußboden bekommen.

In dem Raum wurde Beleuchtung installiert.

Der Elektromotor wurde gründlich gesäubert.

Alle Metallteile an den Wellen und Zahnrädern im unteren Geschoss wurden sorgfältig gereinigt und sehen wie neu aus. Die zweite Welle lässt sich drehen. Jetzt fehlen die Holzzähne für die Zahnräder, damit die beiden Wellen verbunden werden können.

Wir haben den ersten Mahlgang schon einmal geöffnet und gereinigt. Der bewegliche Mahlstein lässt sich drehen.

Ganz aufwändig war es, die hintere Außenmauer freizulegen, die Wand zu reinigen, mit Dichtungsschlämme zu streichen und wieder aufzufüllen.

Die Außenlampe wurde restauriert und leuchtet jetzt jeden Abend.

Den Walzenstuhl haben wir geöffnet und begonnen ihn zureinigen. Das konnte nicht weitergeführt werden, weil es uns an unseren Mühlentagen zu kalt wurde.

Das Wetter in den letzten Wochen ließ keine Arbeiten in der Mühle zu. Daher ist jetzt Winterpause, aber das hält uns nicht vom Überlegen und Planen für die nächsten Monate ab.